Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Im zarten Alter von 11 oder 12 sass ich in Neustadt im Kino und habe mir “Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung” angeschaut. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was für eine Geschichte. Was für Tricks. Als Luke mit seinem Gleiter über Tatooine rauschte, konnte ich den Mund nicht mehr zubekommen. Die Schauspieler agierten gut, gerade Alec Guinness verkörperte den alten Jedi Meister für mich sehr glaubwürdig. Und als die Sandleute direkt vor Luke auftauchten, während er durch sein Fernglas sieht, blieb nicht nur mir die Luft weg.

star-wars
Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers – Zum Film

Und dann? Folge 5 und 6 legten noch einmal ordentlich drauf, aber für mich ging es dann mit der neuen Triologie (Folge 1 bis 3) bergab. Obi Wan war mit Ewan McGregor immer noch gut besetzt. Mit Anakin haderte ich aber. Zu schnell und damit zu unglaubwürdig war der Wechsel zur dunklen Seite für mich. Ein guter Schauspieler härte hier viel mehr aus der inneren Zerissenheit herausholen können, die ich bei Hayden Christensen aber kaum spürte.

Und die Story. Nuja. Sie war zu spüren, aber unterlag damals schon den anscheinend  ständige nötigen Action-Szenen. Neue Protaginisten wurden wie aus dem Nichts eingeführt. Die meisten durften die Bühne bald wieder verlassen. Und Jar Jar Binks nervte einfach nur.

Der Trend wurde dann mit 7 und 8 fortgesetzt. Action, aber kaum noch Story und vor allem nichts Neues. Protagonisten kamen gefühlt um Minutentakt, um gleich wieder zu verschwinden. Auf den Luke aus Folge 8 will ich hier gar nicht eingehen, den haben andere schon genug verrissen.

Und nun Teil 9. Hektisch wird ein neues Element eingeführt, dass es nach Videospielart zu finden gilt. Ansonsten ist für mich kein Storyaufbau und keine Entwicklung der Figuren während der ersten Hälfte zu spüren. Ich habe den Film in der Schweiz geschaut, wo es fast immer eine Pause gibt. Nach dieser entwickelte sich der Film etwas ins Positive, um am Ende für mich aber ganz zu kippen. Ich will nicht zu sehr spoilern, aber manche Szenen schreien für mich geradezu nach einer Persiflage. Und dann stirbt der letzte wahre Skywalker. Deshalb heißt der Film also “Der Aufstieg Skywalkers?”.

Auch war in der Premiere in Basel das Kino nicht voll. Das zeigt für mich schon rein äußerlich, wohin sich Star Wars entwickelt hat. Leider zum zweitklassigen Science-Fiction. Gutes Popcorn-Kino. Aber mehr nicht. Keinen Hauch mehr von der epischen Geschichte Gut gegen Böse.

Teilweise wird die schauspielerische Leistung vom Daisy Ridley als Rey gelobt. Sie kommt als physisch starke und schöne Frau gut rüber, aber ihre Mimik beschränkt sich doch oft zu sehr auf grimmiges Dreingucken.

Anscheinend ist der Film trotzdem recht erfolgreich. Er trifft sicher gut den Zeitgeist. Für Fans der ersten Stunde eher eine traurige Angelegenheit. Zeit, nochmal die ersten 3 Folgen “Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung”, “Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück” und “Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter” anzuschauen…

Die richtige Reihenfolge der Star Wars Filme

Prequel, Sequel oder was? Hier mal die richtige Reihenfolge ohne die ganzen Seitengeschichten.

  • “Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung” (1999)
  • “Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger” (2002)
  • “Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith” (2005)
  • “Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung” (1977)
  • “Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück” (1980)
  • “Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter” (1983)
  • “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (2015)
  • “Star Wars: Die letzten Jedi” (2017)
  • “Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers” (2019)